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Entbuschung

Entbuschung von Feuchtwiesen

Allgemeine Information zur Erhaltung der Feuchtwiesen

Unmittelbar am Alpenrand, im Stammbecken des würmeiszeitlichen Loisach–Gletschers, liegt die großflächig vermoorte Murnauer Mulde. Seine Entstehung verdankt das Moos harten Gesteinen, die bei Murnau parallel zur Alpenlinie verlaufen. Sie widerstanden den Gletscherbewegungen und bildeten den Rand eines großen Beckens, das sich mit Geröll füllte und Wasser nur langsam abfließen lässt. Je nach Feuchte und Untergrund entstanden darin unterschiedliche Moortypen. Das etwa 7.000 Hektar große Gebiet umfasst eine vielfältige Landschaft mit Streuwiesen, Nieder- und Übergangsmooren, Quelltrichtern, Altwassern und voll ausgebildeten Hochmooren. Eine Besonderheit sind die hochinteressanten, im Inneren fast ungestörten Übergänge zwischen den Moortypen. Große Streuwiesenflächen bei Ohlstadt, Eschenlohe, Murnau, Grafenaschau und Uffing schließen, ebenfalls mit Übergangsbereichen, an diese Moorkomplexe im Randbereich an.

Die Bauern der umliegenden Gemeinden bewirtschafteten das Murnauer Moos jahrhundertelang sehr arbeitsintensiv in Handarbeit und mit wenig Ertrag. Die bewirtschaftbaren Flächen mähten sie einmal jährlich und nutzten die Mahd als Einstreu. Durch diese extensive Bewirtschaftung entstanden im Lauf der Jahrhunderte besonders artenreiche Feuchtwiesen. Doch im 19. und 20. Jahrhundert wurde im Moos mit neuen Techniken Torf- und Gesteinsabbau im industriellen Umfang betrieben. Entwässerung und Melioration setzten dem Murnauer Moos stark zu.
Trockenrasen, Feuchtwiesen, Moorflächen haben sich über Jahrzehnte entwickelt. Teilweise haben sie ihren Charakter durch die menschliche Nutzung, wie die Streuwiesen im Murnauer Moos, erhalten. Und diese Vielfalt möchte man auch für zukünftige Generationen bewahren. Um diesen Auftrag zu erfüllen müssen jedoch große Teilbereiche im Murnauer Moos und westlich des Staffelsees im Sinne einer extensiv genutzten Kulturlandschaft mit Streuwiesen und Magerrasen gepflegt werden.

Sinn der Maßnahme und was zu tun ist

Auf den Streuwiesen haben sich im Laufe der Jahre Sträucher und Bäume angesiedelt. Um der Verbuschung bzw. Verwaldung entgegenzuwirken und um dadurch die Streuwiesen zu erhalten, müssen in regelmäßigen Abständen Büsche und Bäumchen abgesägt werden. Das abgesägte Material wird auf einen Haufen zusammengetragen und später von der Fläche entfernt. Gearbeitet wird mit Handsägen und Astscheren.