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Biotoppflege

Auerwild-Biotoppflege

Allgemeine Information zum Auerwild

Das Auerhuhn ist ein Waldbewohner, gelegentlich ist es auch auf waldnahen Freiflächen anzutreffen. Als Lebensraum ist jedoch nicht jeder Wald geeignet, es braucht einen speziellen, abwechslungsreichen Waldaufbau. Wenn es sich am Boden aufhält (vorwiegend im Sommer), benötigt es neben guten Verstecken und Nistplätzen (Zwergsträucher, Jungwaldgruppen, Wurzelteller von Windwürfen etc.) auch leicht belaufbare, nicht zu steile Waldbereiche ohne dichtes Astwerk oder zu hohe Bodenvegetation (auch für die Bodenbalz). In den Baumkronen lebend (vorwiegend im Winter), braucht es als nicht besonders guter Flieger leicht befliegbare Waldteile. Es braucht Waldblößen und kleinere Freiflächen mit reichlich Sonne und Insektennahrung (vor allem die Küken). Wälder, die auf großer Fläche sehr dicht werden, meidet das Auerwild. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden Österreichs Wälder vielerorts immer dichter und das Auerwild ist dort verschwunden oder zumindest nur noch in geringer Anzahl vorhanden. Ein Hauptproblem für den Auerwildlebensraum ist somit der zunehmende Dichtschluss des Waldes, bedingt durch die geringe Beweidung sowie die mangelnde Durchforstung und Auflichtung des Waldes.
Bedingt durch die heute stark veränderte Waldstruktur ist das Auerhuhn nun in seiner Existenz mehr denn je auf einen auerwildfreundlichen Waldbau durch die Forstwirtschaft angewiesen. Günstig sind die Belassung und gezielte Gestaltung von Altholzkomplexen mit lückigem, weidewaldähnlichen Aufbau, einem Mosaik von kahlen Bodenflächen, Zwergsträuchern, Waldjungwuchs sowie die Rücksichtnahme auf Balzgebiete, Nist- und Aufzuchtgebiete sowie Winterlebensräume.

Projektbeschreibung am Beispiel der Biotoppflege im Graswangtal 2010

Im Graswangtal versucht man genau dies zu machen. Ein reiner Fichtenforst soll im Zuge der forstwirtschaftlichen Maßnahmen so umgestaltet werden, dass das Auerwild dort genügend Nahrung findet, dort balzt und dies als Nist- und Aufzuchtgebiet nutzten kann.

Was bisher geschah

In einem reinen Fichtenwald wurden sogenannte Femellöcher geschlagen. D.h. in einem Durchmesser von ca . 50 m wurden kreisförmig Bäume entnommen, sodass Löcher entstanden. In den Lücken liegen nun noch die Äste und dünne Stammabschnitte der entnommenen Bäume.

Was ist zu tun und Sinn der Maßnahme

Die Fläche wird für das Auerwild wieder attraktiv. Der Fichtenwald wird durch die Femellöcher lückig und somit für das Auerwild befliegbar. Sonne fällt auf den Boden, Ameisen, Insekten und Zwergsträucher siedeln sich an (Nahrung für das Auerwild). Die Lücken im Fichtenwald sind optimale Nist- und Aufzuchtstätte für die Vögel. Damit die Auerhühner ihre Jungvögel aufziehen können, müssen diese Flächen für die Jungen begehbar sein, dass heißt frei von Hindernissen. Aus diesem Grund müssen die Äste und Stammabschnitte aus den Löchern geräumt werden.